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Forschungsgebiete

Hier finden Sie die Forschungsschwerpunkte der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und ehemaligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Zentrums für Wissenschaftsgeschichte

 

Simone De Angelis

Professor De Angelis forscht schwerpunktmäßig auf dem Feld der Wissenschafts- und Medizingeschichte der Renaissance, Frühen Neuzeit und des 18. Jahrhunderts, indem er sich insbesondere mit epistemologischen, methodologischen und wissenschaftstheoretischen Fragestellungen und Problemen befasst (visuelle Wahrnehmung, Beobachtung, Autopsie und Autorität, Vertrauen, Zeugenschaft, Evidenz, Darstellungsformen wissenschaftlichen Wissens, Konzepte des wissenschaftlichen Ethos und Habitus des Forschers, Rolle von Hypothesen in der empirisch-experimentellen Forschung etc.). Ausgehend von der Analyse der Probleme des Descartes’schen Mechanizismus hat er die Bedeutung Isaac Newtons und der Attraktionskraft (vis attractiva) für die empirisch-experimentelle Forschung, insbesondere beim Schweizer Physiologen Albrecht von Haller und den »Wissenschaften vom Leben« um 1750, untersucht. Er hat ferner die Genese der Anthropologie als »science de l’homme« im Kontext der Aristoteles‘ De Anima-Rezeption seit der Renaissance der Wissenschaften im 16. Jahrhundert erforscht. Er erörtert auch die Entwicklung einer »Wissenschaft vom Menschen« auf der Basis der Beziehung von Naturrecht und Medizin sowie von Natur und Geschichte zwischen 1670 und 1800. Auf einer Metaebene des Faches behandelt er außerdem Fragen und Probleme der Methodologie und Historiographie der Wissenschaften und analysiert die Beziehungen zwischen Geschichte und Philosophie der Wissenschaften im Rahmen einer Integrated History and Philosophy of Science (&HPS) bzw. Philosophical History of Science (PHS).

Publikationsliste 2021

 

Rudolf Meer

Rudolf Meer hat Philosophie, Geschichte und Psychologie an der Universität Graz und Wien studiert. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf epistemologischen Fragestellungen. Kants theoretische Philosophie und insbesondere Kants Naturphilosophie bilden dabei den Ausgangspunkt seiner quellengeschichtlichen Untersuchungen. Diese betreffen erstens Problemstellungen der Etablierung und Rechtfertigung wissenschaftlicher Systeme wie der Mechanik, der Chemie und der physiologischen Anthropologie; zweitens Fragen zum Status regulativer Forschungsmaximen im Verhältnis zu objektkonstitutiven Prinzipien; drittens den normativen Einfluss von Theorien auf empirische Forschung und deren ethisch-praktische Konsequenzen.

Von diesen Fragen ausgehend arbeitet Rudolf Meer an mehreren aktuellen Forschungsprojekten: „Transformationen des Kraftbegriffs in den wissenschaftstheoretischen Kontroversen des 17. und 18. Jahrhunderts“, „Der Einfluss des Kantischen Rationalitätskonzepts auf Wissenschaft, Technologie und soziale Institutionen“, „Alois Riehls Philosophischer Kritizismus“ sowie „Kontinuität und Brüche im Ideenbegriff von Kant bis Fries“.

Publikationsliste

 

Zsuzsa Barbarics-Hermanik

Zsuzsa Barbarics-Hermanik studierte Geschichte (mit Fokus osmanischer und frühneuzeitlicher Geschichte unter der Anleitung von Prof. Gábor Ágoston) sowie Germanistik an der Universität Pécs (Fünfkirchen) und promovierte im Fach Geschichte an der Universität Graz. Vor ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit in Graz war sie Universitätsassistentin am Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit der Universität Pécs.

Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Erforschung der Wissenschafts-, Kultur- und Kommunikationsgeschichte der Renaissance, der Frühen Neuzeit und des 18. Jahrhunderts, wobei sie sich geographisch hauptsächlich auf die osmanischen Territorien und die osmanisch-habsburgisch-venezianischen Kontaktzonen im östlichen Mittelmeerraum sowie im Zentral- und Südosteuropa fokussiert. In ihren bisherigen Publikationen wurde den folgenden drei Themenfeldern eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet: 1) Die Erforschung der Entstehung und der Rolle der handschriftlichen Zeitungen (avvisi), die als Speicher und Vermittler des Wissens als eine der bedeutenden Innovationen der Zeit der italienischen Renaissance gelten und deren Kommunikationssystem mit jenem der respublica litteraria eng verbunden ist. 2) Das Studium der Genese sowie Entwicklung des wissenschaftlichen Wissens über das Osmanische Reich, der Merkmale und Funktion der sog. Türkenbilder und des Türkengedächtnisses im frühneuzeitlichen Zentral- und Südosteuropa sowie derer Instrumentalisierung im 19.-21. Jahrhundert. 3) Die Rolle des Visuellen sowie von gedruckten Büchern in der Zirkulation des Wissens und damit im Kulturaustausch zwischen Europa und dem Osmanischen Reich in der Periode 1450-1800.

Ihre soeben entstehende Monografie geht vor allem aus dem letzteren Themenbereich hervor: Sie widmet sich darin der Geschichte der Etablierung des Buchdrucks in den osmanischen Territorien im späten 15. sowie im 16. Jahrhundert und zeigt aufgrund der regen Buchproduktion, der Merkmale des Buchhandels sowie der damit verbundenen Akteure die enge Verflechtung dieser Territorien sowie die reziproken Austauschprozesse mit den Zentren der italienischen Renaissance nun erstmals auf. Darüber hinaus erforscht sie in einem von ihr geleiteten und von der Fritz Thyssen Stiftung finanzierten Forschungsprojekt die vielseitigen Beziehungen zwischen der europäischen Gelehrtenrepublik und dem Osmanischen Reich im Zeitalter der Aufklärung, wobei der Schwerpunkt auf der Untersuchung des Wissenstransfers und den damit verbundenen Netzwerken des Wissens liegt.

Für ihre Forschungsvorhaben erhielt sie Forschungsstipendien, wie etwa jenes der Gerda Henkel Stiftung, des Habsburg Instituts in Budapest oder des Collegium Hungaricums in Wien. Darüber hinaus war sie Inhaberin einer Hertha-Firnberg-Nachwuchsstelle (finanziert durch den FWF) und warb sie erfolgreich auch ein weiteres Drittmittelprojekt ein, das zurzeit läuft und von der Fritz-Thyssen-Stiftung finanziert wird. Sie ist auch Trägerin der Pro Scientia Goldmedaille der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied des Profilbildenden Bereichs „Dimensionen der Europäisierung“ an der Universität Graz.

Publikationsliste

 

Eva Struhal

Ich bin „Associate Professorin (Professeure Agrégée)“ für Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit an der Université Laval, Québec und während des akademischen Jahres 2020/2021 Gast am Zentrum für Wissenschaftsgeschichte. 

Meine Forschung fragt nach den Schnittstellen zwischen Kunst, Naturwissenschaften und Literatur in der frühen Neuzeit und konzentriert sich auf die Vertiefung unseres Verständnisses der Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit und ihrer chronologischen und geografischen Grenzziehungen.  Dabei gilt meine besondere Aufmerksamkeit dem Barock als höchst innovative Epoche, die Parallelen mit unserer zeitgenössischen Realität aufweist. Hier finden sich zum Beispiel komplexe Konzepte von Subjektivität, und Konzeptionen von Kunst -und Kultur, die eng mit technologischen und naturwissenschaftlichen Innovationen einhergehen.  Meine Forschung wurde durch Stipendien des Social Sciences and Humanities Research Council (SSHRC), des Fonds de Recherche Société et Culture Québec (FQRSC), des Forschungsschwerpunkts Historische Kulturwissenschaften (Johannes Gutenberg Universitat Mainz), der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, und dem Dual Career Service der Universität Graz  finanziert.

Mein derzeitiges, bereits fortgeschrittenes Buchprojekt « Brittle Consensus : Artists, Scientists, and Poets in dialogue in seventeenth-century Florence » analysiert die komplexe Ontologie der Kunst im Zeitalter der naturwissenschaftlichen Revolution und situiert sie im multidiziplinären intellektuellen Kontext des Florentiner siebzehnten Jahrhunderts.  Galten noch in der Renaissance Künstler als Autoritäten naturphilosophischer Fragen, werden sie sukzessive von der neuen Profession der Naturphilosophen aus dieser Domäne verdrängt.  Vor diesem Hintergrund zeige ich auf, auf welche Weise künstlerische Entscheidungen von der Diskurskultur literarischer Akademien, die zu ihren Mitgliedern Künstler, Schriftsteller, und Naturphilosophen zählten (ua. Galileo und seine Schüler), beeinflusst wurden und wie sich zuerst Künstler produktiv an diesem neuen Naturdiskurs beteiligten.  Der interdisziplinäre Rahmen meines Buches zeigt die porösen disziplinären Grenzen dieser Umbruchszeit auf und situiert den Kunstdiskurs in den Zwischenraum dieser unterschiedlichen Kulturen.

Publikationsliste

 

Lisa Glänzer

Lisa Glänzer absolvierte ein Lehramtsstudium für die Fächer Deutsch sowie Bewegung und Sport in Graz und studierte anschließend das Joint-Masters-Programm ‚Deutsche Philologie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit‘ in Graz und Bamberg.

Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften des 17. und 18. Jahrhunderts, die Fachliteratur der Artes in Mittelalter und Früher Neuzeit und Aspekte der Tier-Mensch-Beziehungen. Aktuell widmet sich Lisa Glänzer in ihrem Dissertationsprojekt der Praxis der vergleichenden Anatomie von Tier und Mensch von der Mitte des 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts, wobei ein spezieller Fokus auf die sich verändernden Ideen und Konzepte der natürlichen Ordnung der Welt und der Systematisierung und Klassifizierung ihrer Lebewesen gelegt wird. Es soll ein Beitrag zum Tier- und Menschenbild in der vergleichenden Anatomie in der Frühen Neuzeit und der Aufklärung sowie zur Autopsie als etablierte Praxis der Wissensgenerierung geleistet und dem Wandel in der Beobachtung, Klassifizierung und Ordnung der Natur im untersuchten Zeitraum der Dissertation nachgespürt werden.

 

Tanja Eigner-Grassmugg

Tanja Eigner-Grassmugg absolvierte das Studium der Philosophie in Graz.

Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Philosophien der Wissenschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, insbesondere die Verbindungen zwischen jener Wissenschaftsphilosophie, wie sie  in der  Phänomenologie Edmund Husserls geprägt und vertreten wurde und der Historischen Epistemologie, mit den Vertretern Gaston Bachelard und Alexandre Koyré in Frankreich. Die sich zeigenden Zusammenhänge und Brüche – wie sie bereits in der Masterarbeit dargelegt wurden –  bilden die Grundlage der wissenschaftshistorischen Aufarbeitungen. Mit Blick auf den in diesen Philosophien forcierten Umgang mit Geschichte und Geschichtlichkeit in den Erkenntnis- und Wissenschaftskonzepten, soll das Zusammenwirken von Philosophie, Geschichte und Wissenschaft – im Rahmen der Diskussion um das Verhältnis und eine mögliche Integration von Geschichte und Philosophie (HPSHistory and Philosophy of Science‘) –  reflektiert und in den Grundlagen neu befragt werden. Diese wissenschaftshistorische Forschung soll nun auch insbesondere die ‚frühe‘ Philosophie Jacques Derridas bedenken, welcher sog. postmodernes Denken in seiner metaphysischen Grundlegung, gerade auch basierend auf den Einflüssen von Husserls Phänomenologie und der Historischen Epistemologie, entwickelt hat. Die mit diesem Wandel verbundenen Umbrüche und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für eine Bereicherung der HPS-Diskussion, sollen in der Dissertation verarbeitet werden.

 

Sarah Seinitzer

Körper- und Seelenverständnis von Pietro Pomponazzi
Anatomie und Medizin in der Renaissance
Thanatologie
Bestattungs- und Einbalsamierungspraktiken

 

Ehemalige Mitarbeiter:

 

Bitter-Smirnow Sophie, MA:

Universitäten im Nationalsozialismus
Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik
Die Botanik im 19. Jahrhundert

 

Durlacher Thomas, BA MA:

Epistemische Praktiken seit der Aufklärung
Geschichte der Medizin und Anthropologie ab 1750

 

Gebke Julia, Dr. MA:

Spanische und französische Geschichte Frühe Neuzeit
Wissenschaftsgeschichte, insbesondere Körper- und Medizingeschichte
Geschichte des sephardischen Judentums
Geschichte der religiösen Toleranz

 

Theresa Hitthaler-Frank

Medizingeschichte der Frühen Neuzeit, im Besonderen die Geschichte der Obstetik und der Frauenheilkunde des 15. und 16. Jahrhunderts
Volkssprachige Fachliteratur der Frühen Neuzit im Kontext von "Volksmedizin" und "Schulmedizin"
"Medizinische" Randgruppen der Frühen Neuzeit

 

Höflechner Walter Univ.-Prof. i.R. Dr.:

Geschichte wissenschaftlicher Institutionen und Disziplinen vor allem in Österreich (Geschichtswissenschaft, Physik etc.), Editionen von Quellen zu diesem Bereich (Ernst Wilhelm von Brücke, Ludwig Boltzmann, Joseph von Hammer-Purgstall, Alexander Rollett u.a.).

 

Janisch Clemens, Dr. MA:

Politische Theorie
Wissenschaftsgeschichte
(Antiakademische) Philosophie
Bildungstheorie
Medienforschung

 

Meixner Florian, BA, MA:

Biologiegeschichte des späten 18. und 19. Jahrhunderts
Prä-Darwinistische Evolutionskonzepte

 

 

Pichler Paul, BA:

Geschichte der Geschichtswissenschaften
Geschichte und Theorien des Historismus
Gedächtnis- und Erinnerungskulturen

 

Pichler Simone, Mag. Dr.:

Chronistik im 19. Jahrhundert
Historiographiegeschichte
Deutsche Philologie im 19. Jahrhundert
Fachdidaktik Deutsch/Fachdidaktik Geschichte, Sozialkunde, Politische Bildung

 

Schübl Elmar, PD, Mag. Dr.:

Theorie und Philosophie der Geschichte
Theorie und Geschichte der Geschichtswissenschaft
Hermeneutik
Wissenschaftsorganisation und Wissenschaftssystematik
Geschichte der Erdwissenschaften
Universitätsgeschichte
Universitäts- und Wissenschaftspolitik

 

Uray Johannes, Mag. Dr.:

Bader-Preis für die Geschichte der Naturwissenschaften 2012

Johannes Uray erhält den Bader-Preis für die Geschichte der Naturwissenschaften für sein Forschungsprojekt „,Antiphlogistik‘ an der Peripherie. Die Schemnitzer Chemievorlesungen des Nikolaus Joseph Jacquin aus der Mitte des 18. Jahrhunderts“.

Nikolaus Joseph Jacquin (1727-1817) wurde 1763 zum Professor des praktischen Bergwesens und „der chymischen Lehre“ an der Bergschule in Schemnitz ernannt. Mit der Erschließung und Auswertung einer 865 Seiten starken Mitschrift der chemisch-mineralogischen Vorlesungen, die Jacquin Mitte der 1760er Jahre dort hielt, leistet Johannes Uray einen wichtigen Beitrag zur Chemie- und Hochschulgeschichte.

Das Manuskript stellt eines der ältesten Zeugnisse für die Institutionalisierung der Chemie als akademisches Lehrfach dar. Darüber hinaus ist auch sein Inhalt von großem Interesse für die Etablierung der Chemie als Forschungs- und Lehrfach in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, da seine Erstellung in die Zeit zwischen der Entdeckung des Kohlendioxids und des Sauerstoffs und damit in eine Zeit theoretischer Unsicherheit fällt. Die Analyse der Mitschrift lässt daher auch neue Erkenntnisse über Jacquins Einstellung gegenüber zeitgenössischen Theorien in Zusammenhang mit den damals diskutierten Widersprüchen bei den Phänomenen der Verbrennung und Verkalkung erwarten.

Kontakt

Zentrum für Wissenschaftsgeschichte
Mozartgasse 14, 2. Stock 8010 Graz
Sekretariat: Alexandra Wagner Telefon:+43 (0)316 380 - 2651

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